Im EU-Programm CERV gibt es den Programmbereich „Bürgerbeteiligung und Teilhabe“ als Aktionsbereich zur Förderung von Bürgerbeteiligung und Teilhabe am demokratischen Leben in der EU. Im Themenbereich „Kommunale Partnerschaften und Netzwerke“ werden europaweite multinationale Austausche zwischen Bürgerinnen und Bürgern gefördert, um das gegenseitige Verständnis und die Toleranz zu stärken. Die Teilnehmenden können dabei ihren eigenen Blickwinkel auf die Vielfalt in Europa erweitern und ein gemeinsames Gefühl der europäischen Identität und Zugehörigkeit entwickeln als Grundlage für eine gemeinsame Zukunft.

Ziel 

Städtepartnerschaftsprojekte (TT) sollen sich mit einer neuen bürgerorientierten, gleichstellungsfördernden, zukunftsorientierten und konstruktiven Darstellung Europas befassen, die auf eine stärkere Einbindung insbesondere der jüngeren Generation abzielt. 

Mit dieser Aufforderung werden Projekte unterstützt, die ein breites Spektrum von Menschen aus Partnerstädten mit unterschiedlichem sozioökonomischem Hintergrund, Geschlecht und aus unterschiedlichen Ländern zusammenbringen. Das gegenseitige Verständnis, die Integration und die kulturelle Vielfalt sollen gefördert und Möglichkeiten für bürgerschaftliches Engagement auf EU-Ebene entwickelt werden durch Mobilisierung der Öffentlichkeit auf lokaler und EU-Ebene, spezifische Themen der europäischen politischen Agenda zu diskutieren und mitzugstalten.

Die Projekte können an die Ergebnisse von Bürgerbefragungen anknüpfen und Debatten über konkrete Mittel und Wege anstoßen, wie eine demokratischere Union geschaffen werden kann, wie die BürgerInnen befähigt werden können, sich für die EU zu engagieren und ein stärkeres Verantwortungsgefühl für das Projekt Europa zu entwickeln.

Konkrete Ziele von Städtepartnerschaften:

  • den Austausch zwischen BürgerInnen aus verschiedenen Ländern zu fördern;
  • den BürgerInnen praktische Erfahrungen mit dem Reichtum und der Vielfalt des gemeinsamen Erbes der Union zu vermitteln und sie hinsichtlich deren grundlegenden Bedeutung für eine gemeinsame Zukunft zu sensibilisieren;
  • die friedlichen Beziehungen zwischen den EuropäerInnen zu gewährleisten und ihre aktive Beteiligung auf lokaler Ebene sicherzustellen;
  • das gegenseitige Verständnis und die Freundschaft zwischen den europäischen BürgerInnen zu stärken;
  • die Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden und den Austausch bewährter Praktiken zu fördern;
  • eine verantwortungsvolle lokale Verwaltung zu unterstützen und
  • die Rolle der lokalen und regionalen Gebietskörperschaften im europäischen Integrationsprozess zu stärken.

Projektanträge können zu folgenden Themen gestellt werden (keine Vollständigkeit):

  1. Die EU beruht auf Solidarität: Solidarität zwischen ihren BürgerInnen, Solidarität über die Grenzen zwischen ihren Mitgliedstaaten hinweg und Solidarität durch Unterstützungsmaßnahmen innerhalb und außerhalb der EU. Solidarität ist ein gemeinsamer Wert, der Zusammenhalt schafft und Antworten auf gesellschaftliche Herausforderungen gibt. 
    Kommunale Partnerschaftsprojekte tragen dazu bei, Vorurteile in den nationalen Wahrnehmungen zu überwinden, indem sie das gegenseitige Verständnis fördern und Foren schaffen, in denen gemeinsame Lösungen auf konstruktive Weise diskutiert werden können. Ihr Ziel sollte es sein, das Bewusstsein dafür zu schärfen, wie wichtig es ist, den europäischen Integrationsprozess auf der Grundlage von Solidarität und EU-Werten zu stärken.
  2. Kommunale Partnerschaftsprojekte geben den BürgerInnen die Möglichkeit, ihre eigenen Vorstellungen von einem zukünftigen Europa zu äußern. Die im Rahmen der kommunalen Partnerschaftsmaßnahme geförderten Debatten sollten sich auf die besonderen Errungenschaften der EU und auf die Lehren aus der Geschichte und der europäischen Integration stützen. Sie sollten auch über aktuelle Trends nachdenken und die Teilnehmenden in die Lage versetzen, Euroskepsis zu hinterfragen und mögliche Maßnahmen vorzuschlagen, die die EU ergreifen könnte, um das Gefühl der Zugehörigkeit zu Europa zu fördern, das Verständnis für die Vorteile der EU zu verbessern und den sozialen und politischen Zusammenhalt der EU zu stärken.

Die Projekte sollen innovative Maßnahmen und Konzepte vorschlagen und sich auf eine geschlechtersensible Art und Weise auf die Bedürfnisse und Herausforderungen fokussieren, mit denen die Zielgruppen in den Partnergemeinden konfrontiert sind (z.B. Verknüpfung mit der „Initiative Neues Europäisches Bauhaus“)

Projekte, die nicht nur den direkten TeilnehmerInnen, sondern auch den BürgerInnen der teilnehmenden Kommunen zugute kommen, werden besonders gefördert, da sie dazu beitragen, die praktische Erfahrung mit dem Reichtum und der Vielfalt des gemeinsamen Erbes der Union zu vervielfachen.

Förderfähige Aktivitäten:

  • Workshops, 
  • Seminare, Webinare
  • Konferenzen, 
  • Fortbildungsmaßnahmen, 
  • Treffen von ExpertInnen, 
  • Sensibilisierungsmaßnahmen, 
  • kulturelle Veranstaltungen, Festivals, Ausstellungen, 
  • Erhebung und Konsultation von (nach Geschlecht aufgeschlüsselten) Daten,
  • Entwicklung, Austausch und Verbreitung bewährter Verfahren zwischen Behörden und Organisationen der Zivilgesellschaft, 
  • Entwicklung von Kommunikationsinstrumenten und Nutzung sozialer Medien.

Die Gleichstellungsperspektive soll bei der Konzeption und Durchführung der Projektaktivitäten berücksichtigt werden, um sicherzustellen, dass sie für Frauen und Männer gleichermaßen zugänglich sind.

Erwartete Resultate:

  • Verbesserung und Förderung des gegenseitigen Verständnisses und der Freundschaft zwischen den BürgerInnen auf lokaler Ebene;
  • Unterstützung der BürgerInnen aus lokalen Gemeinschaften, damit sie den Mehrwert, den die EU durch einen basisorientierten Ansatz bietet, erfahren und erkennen können;
  • Ein stärkeres Gefühl der Zugehörigkeit zur EU;
  • Förderung einer dauerhaften Bindung zwischen den Gemeinden/Kommunen und zwischen den BürgerInnen.

Antragsberechtigte Organisationen:

Um förderfähig zu sein, müssen die Antragstellenden:

  • juristische Personen sein (öffentliche oder private Einrichtungen)
  • ihren Sitz in einem der förderfähigen Länder haben, d. h.:
    • EU-Mitgliedstaaten (einschließlich der überseeischen Länder und Gebiete (ÜLG))
    • Nicht-EU-Länder: Länder, die mit dem CERV-Programm assoziiert sind, oder Länder, die sich in laufenden Verhandlungen über ein Assoziierungsabkommen stehen und das Abkommen vor der Unterzeichnung der Finanzhilfe in Kraft tritt (Liste der teilnehmenden Länder).
  • Der federführende Antragstellende und assoziierte Partnerorganisationen müssen eine öffentliche Einrichtung oder eine gemeinnützige Organisation mit Rechtspersönlichkeit sein, die offiziell in einem der förderfähigen Länder niedergelassen ist. Es muss sich um Städte/Gemeinden und/oder andere Ebenen lokaler Behörden oder deren Partnerschaftsausschüsse oder andere gemeinnützige Organisationen handeln, die lokale Behörden vertreten.

Ein Konsortium muss mindestens 2 Antragsstellende umfassen.

Projekte können entweder national oder transnational sein. 

Die Aktivitäten müssen in einem förderfähigen Land durchgeführt werden.

Kontakt und Beratung:

EACEA E-Mail: EACEA-CERV@ec.europa.eu