Das übergeordnete Ziel dieses Aufrufs ist der Schutz und die Förderung der Grundrechte und -werte der EU sowie die Sensibilisierung für diese Rechte und Werte durch die Unterstützung lokaler, regionaler und/oder nationaler Organisationen der Zivilgesellschaft und den Ausbau ihrer Kapazitäten.

Ziel dieses aktuellen Call for Proposals ist es, eine begrenzte Anzahl von Intermediären in EU-Mitgliedstaaten auszuwählen und zu unterstützen, die in der Lage sind, die Kapazitäten einer großen Anzahl von kleinerer Organisationen der Zivilgesellschaft (CSO) zu unterstützen, insbesondere auch durch die Bereitstellung finanzieller Mittel. Die CSO sind auf lokaler, regionaler und/oder nationaler Ebene in den vom CERV-Programm abgedeckten Bereichen tätig.

Unter einer Zivilgesellschaftlichen Organisation (CSO) ist eine Organisationsstruktur zu verstehen, deren Mitglieder durch einen demokratischen Prozess dem Allgemeininteresse dienen und die die Rolle einer Vermittlerin zwischen staatlichen Behörden und Bürgerinnen und Bürgern spielt. Nach Auffassung der EU gehören zu den Organisationen der Zivilgesellschaft alle nichtstaatlichen, gemeinnützigen, überparteilichen und gewaltfreien Strukturen, die die Grundrechte und Werte, auf denen die EU beruht, fördern und schützen.

Die Intermediären sollen kleinen, abgelegenen und ländlichen CSOs an der Basis Vorrang einräumen, die in der Regel über begrenztere Kapazitäten und Finanzierungs-quellen verfügen.

Deadline zur Einreichung des Antrags: 07.03.2024 um 17:00 Uhr MEZ/Brüsseler Zeit
Gesamtbudget zum Aufruf: 74.500.000 €
Minimale Fördersumme: 2.500.000 €; Maximale Fördersumme: 6.000.000 € pro Projekt
Projektlaufzeit: min. 36 Monate; max. 48 Monate
Anforderung an Intermediäre Antragsteller: mindestens 3 Jahre Erfahrung in der Unterstützung von CSOs.

Bildquelle: Call for Proposal, V2.0 – 10.11.2023, S.9

Die Prioritäten sind:

  • Stärkung der Kapazitäten und der Widerstandsfähigkeit der zivilgesellschaftlichen Organisationen, um die Werte der Union zu schützen und zu fördern, einschließlich der Demokratie und der Achtung der Rechtsstaatlichkeit;
  • Unterstützung der zivilgesellschaftlichen Organisationen bei ihren Bemühungen, Grundrechte und demokratische Werte zu schützen, fördern und für sie zu sensibilisieren;
  • Unterstützung von Dialog, Transparenz und verantwortungsvollen Staatsführung, auch in Fällen, in denen der Raum für die Zivilgesellschaft schrumpft.

Die Anträge müssen die Bereitstellung finanzieller Unterstützung für unabhängige zivilgesellschaftliche Organisationen vorsehen (max. 60.000 € pro CSO, ohne Eigenanteil), die auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene tätig sind, die Grundrechte und die Werte der EU fördern und schützen und die in den vom CERV-Programm abgedeckten Bereichen tätig sind.

Die EU-Finanzierung soll dazu beitragen, unabhängige zivilgesellschaftliche Organisationen zu unterstützen, zu schützen, zu befähigen und ihre Kapazitäten auszubauen, die sich für die Förderung der Werte und Grundrechte der EU einsetzen und deren Aktivitäten zur strategischen Durchsetzung der Rechte aus dem EU-Recht und der Charta beitragen (u. a. durch Advocacy-, Watchdog- und Unterstützungsaktivitäten für das ordnungsgemäße Funktionieren einer gesunden Demokratie). Ebenso soll die finanzielle Unterstützung dabei helfen, die Rechte und Werte der Union auf lokaler, regionaler, nationaler und transnationaler Ebene zu fördern, zu schützen und für sie zu sensibilisieren. 

Die EU-Finanzierung soll auch Organisationen der Zivilgesellschaft bei der Förderung der Umsetzung von Gerichtsurteilen unterstützen (Europäischer Gerichtshof, Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte, nationale Gerichte).

Die Vorschläge müssen auf einer gründlichen Bewertung der Struktur und Landschaft der zivilgesellschaftlichen Organisationen in den Zielländern basieren. 

Die Bewertung umfasst und berücksichtigt 

  • die Herausforderungen, mit denen die CSO konfrontiert sind; 
  • die Möglichkeiten, die sie nutzen können;
  • die Bedürfnisse der CSO.

Die Bedarfsermittlung beinhaltet ebenso eine geschlechtsspezifischen Analyse und wo möglich, einen intersektionellen Ansatz.

Erwartete Ergebnisse:

  • stärkere Förderung und Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die Rechte und Werte der EU, auch auf lokaler Ebene
  • gestärkte Kapazitäten von zivilgesellschaftlichen Organisationen, um sich für den Schutz und die Förderung der Rechte und Werte der EU einzusetzen; auch auf lokaler Ebene
  • Gestärkte Widerstandsfähigkeit der zivilgesellschaftlichen Organisationen.
  • ein förderlicheres Umfeld für zivilgesellschaftliche Organisationen
  • effektivere, rechenschaftspflichtigere und nachhaltigere zivilgesellschaftliche Organisationen
  • eine besser entwickelte Rolle von zivilgesellschaftlichen Organisationen als Interessenvertretung und “Überwacher” (watch dog)
  • verstärkte Beteiligung von zivilgesellschaftlichen Organisationen an Politik- und Entscheidungsprozessen mit lokalen, regionalen und nationalen Regierungen;
  • verstärkte regionale Zusammenarbeit innerhalb der Zivilgesellschaft.

Die finanzierten Aktivitäten müssen die Rechtsstaatlichkeit, die Grundrechte und die Demokratie wahren. 

Die Vorschläge müssen die beiden folgenden Kategorien von Aktivitäten umfassen:

  1. Finanzielle Unterstützung für Dritte (CSO) durch zwischengeschaltete Stellen (Intermediäre)
  2. Kapazitätsaufbau für zivilgesellschaftliche Organisationen (CSO) durch zwischengeschaltete Stellen (Intermediäre)

Andere relevante und innovative Aktivitäten können in Betracht gezogen werden.

Antragsteller:

Um förderfähig zu sein,

  1. müssen die Antragstellenden (Begünstigte und angeschlossene Einrichtungen):
    • eine juristische Person sein
    • ihren Sitz in einem der förderfähigen Länder haben, d. h. in einem der EU-Mitgliedstaaten (einschließlich der überseeischen Länder und Gebiete (ÜLG))
    • gemeinnützig (nicht gewinnorientiert) sein und
    • eine zivilgesellschaftliche Organisation sein;
    • Alle Antragstellenden (wenn der Vorschlag von einem Konsortium eingereicht wird) müssen juristische Personen sein, die ihren formell Sitz in einem der förderfähigen Länder haben.
  2. Der/Die Antragstellende oder das Konsortium muss alle folgenden Bedingungen erfüllen:
    • über nachgewiesene Erfahrung von mindestens 3 Jahren bei der Durchführung von Maßnahmen zum Aufbau von Kapazitäten bei zivilgesellschaftlichen Organisationen verfügen;
    • nachgewiesene Erfahrung bei der Gewährung und Verwaltung von Finanzhilfen an zivilgesellschaftliche Organisationen haben;
    • wenn der Vorschlag von einem Konsortium eingereicht wird, muss das Konsortium beide oben genannten Bedingungen erfüllen. Dies bedeutet, dass diese Bedingungen entweder von einem einzelnen Mitglied des Konsortiums oder von verschiedenen Mitgliedern des Konsortiums erfüllt werden können, die für den Kapazitätsaufbau oder die Vergabe und Verwaltung von Finanzhilfen an Dritte zuständig sind.

Kontakt und Beratung:

Kontaktstelle CERV Deutschland
Irmintrudisstraße 17
D – 53111 Bonn

E-Mail: info@kontaktstelle-cerv.de

Tel.: +49 228-2420 997; 

+49 228-96500296;

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