Die Globalisierung der Märkte, inklusive des Arbeitsmarktes, bedingt eine ständig schneller werdende Entwicklung und Anpassung der beruflichen Aus- und Weiterbildung an die Bedürfnisse der Praxis in den Unternehmen, Organisationen und Einrichtungen. Dem gegenüber steht oftmals die strukturabhängige Trägheit der dafür notwendigen Entscheidungen in den verantwortlichen Gremien der Bildungspolitik auf nationaler bzw. regionaler Ebene in den Mitgliedsstaaten. Das bezieht sich sowohl auf die Entwicklung und Anerkennung innovativer neuer Berufsinhalte und Berufsprofile als auch auf die europaweite bzw. nationale Nivellierung von beruflichen Aus- und Weiterbildungsprozessen, insbesondere auch hinsichtlich der gegenseitigen Anerkennung von Abschlüssen.

Hierzu bietet die EU im europäischen ERASMUS+ Bildungsprogramm mit dem aktuellen Aufruf zur Einreichung von Vorschlägen in der Leitaktion KA2 „Allianzen für branchenspezifische Fertigkeiten“ (Sector Skills Alliances) neue Möglichkeiten zum Abbau von Qualifikationsdefiziten bei einem oder mehreren Berufsprofilen in bestimmten Branchen. Die Allianzen werden als transnationale Kooperationsprojekte gefördert, an denen je nach thematischem Los eine bestimmte Anzahl von Partnereinrichtungen und Programmländern beteiligt sein müssen.

Los 1:

Allianzen für branchenspezifische Fertigkeiten für die Ermittlung des Qualifikationsbedarfs

In diesem Los sollen wissenschaftlich basiert detaillierte Daten und Erkenntnisse über Qualifikationsdefizite und Qualifikationsbedarf in einem spezifischen Wirtschaftssektor analysiert und ermittelt werden.

 

Los 2:

Allianzen für branchenspezifische Fertigkeiten für die Entwicklung und Erstellung von Berufsbildungsangeboten

In diesem Los sollen die Allianzen adäquat zu den festgestellten Qualifikationsdefiziten und dem Qualifikationsbedarf passende Lehrpläne und Methoden für die Durchführung von innovativem Unterricht und Ausbildung entwickeln.

 

Los 3:

Allianzen für branchenspezifische Fertigkeiten für die Anwendung eines neuen strategischen Ansatzes („Blaupause“)

In diesem Los sollen die Allianzen gemeinsame Qualifizierungsstrategien für spezifische Branchen entwickeln, die sich systemisch und strukturell auf den Abbau von Qualifikationsdefiziten auswirken. Zu diesen Branchen gehören insbesondere: Automobilindustrie, Verteidigung, Meerestechnologie, Geoinformationen aus dem All, Textil-, Bekleidungs-, Leder- und Schuhindustrie sowie der Fremdenverkehr.

Besondere Aufmerksamkeit der EU-Förderung gilt der

„New Skills Agenda for Europe – Blueprint for sectoral cooperation on skills“

Die „Blaupause“ soll einen neuen Rahmen entwickeln für strategische Kooperationen zwischen Schlüsselentscheidern, wie z.B. der Wirtschaft, den Gewerkschaften, der Wissenschaft, Bildungseinrichtungen und öffentlichen Strukturen zur Entwicklung und Umsetzung europaweit anerkannter passgerechter Branchenqualifikationen.

Im Vorfeld des aktuellen Aufrufs sind bereits europäischen Initiativen in diesem Bereich gestartet, wie z.B. der Aufbau von europäischen Sector Skills Councils.

In den Bereichen Textil, Bekleidung und Leder existieren bereits entsprechende europäische Council, ebenso im Bereich Commerce. Für 14 weitere Branchen hat die EU bereits Machbarkeitsstudien anfertigen lassen zu den Möglichkeiten des Aufbaus entsprechender europäischer Councils (z.B. in den Branchen: Pflege, Maschinenbau, Stahl, Gas, Automobilbau, Chemie, Fischerei, Möbel, Schiffbau, Landwirtschaft, Stromversorgung).

Ebenso wurde bereits in den letzten Jahren die Agenda for new skills and jobs entwickelt.

Der aktuelle Aufruf richtet sich an folgende Zielgruppen

  • Unternehmen,
  • Kammern,
  • Arbeitgeberverbände,
  • Gewerkschaften,
  • Regionale oder nationale Behörden,
  • Berufsbildungseinrichtungen,
  • Öffentliche Arbeitsverwaltungen,

 

Nähere Informationen zu den Zielen und Anforderungen des Aufrufs finden Sie hier:

Nähere Informationen zu den Zielgruppen und Allianzen finden Sie hier:

 

Die Mittelausstattung seitens der EU zur Kofinanzierung von Projekten:

  • Los 1: ca. 330.000 – 500.000 € pro Projekt (vorauss. 3 Projekte)
  • Los 2: ca. 700.000 – 1.000.000 € pro Projekt (vorauss. 4 Projekte)
  • Los 3: max. 4.000.000 € pro Projekt (1 Projekt pro Pilotbranche).

Das Verfahren wird in der EU zentral koordiniert über die EACEA (Education, Audiovisual and Culture Executive Agency).

 

 

Deadline für die Einreichung von Anträgen ist der 02.05.2017, 12:00 Uhr Brüsseler Zeit.

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