Mit dem ESF+Programm „Zusammenhalt stärken – Menschen verbinden“ fördert das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) Maßnahmen für Menschen im mittleren Erwachsenenalter zwischen 28 und 59 Jahren im Zeitraum 01.09.2024 bis 31.08.2027. 

Kritische Lebenssituationen und Umbruchphasen, wie z. B. Trennung/Scheidung, Wechsel oder Verlust des Arbeitsplatzes oder auch Umzug gehen mit dem Risiko der Einsamkeit oder sozialen Isolation einher. Für diese oder ähnliche Lebensphasen sollen niedrigschwellige kommunale Strukturen mit verschiedenen Angeboten Einsamkeit verhindern oder begegnen.

Im Alter zwischen 28 bis 59 stehen verschiedene Entwicklungsaufgaben und entsprechende Herausforderungen an, insbesondere an den Übergängen der unterschiedlichen Lebensphasen. Diese Übergänge und damit verbundene Veränderungen gilt es zu bewältigen. Entlang dieser und weiterer Übergänge können Menschen unerwartete, kritische Lebensereignisse wie beispielsweise Trennung/Scheidung oder den Wechsel beziehungsweise Verlust des Arbeitsplatzes erleben, die mit (temporären oder dauerhaften) Veränderungen des Lebens einhergehen können (zum Beispiel Übergang von gemeinsam erziehenden zu alleinerziehenden Elternteilen, Übergang von einer Partnerschaft zur Verwitwung). Kritische Lebensereignisse gehen mit einem erhöhten Risiko einher, sich einsamer zu fühlen als vor diesen einschneidenden Lebensereignissen.

Das 2024 startende ESF+ Programm soll helfen, in den Gebietskörperschaften Strukturen auf- und auszubauen. Die Projekte sollen das Risiko von Einsamkeit und sozialer Isolation mindern und aktiv gegen bestehende Einsamkeit oder soziale Isolation von Menschen in dieser Altersgruppe vorgehen.

Ziele des Programms: 

A) Ergebnisziele: 

  • Verbesserung oder Schaffung von kommunalen Strukturen zur Förderung in individuellen Lebenssituationen, in welchen Menschen eher einsam werden können (kommunale Aktionspläne, bereichsübergreifende Arbeitsgruppen und Öffentlichkeitsarbeit, Vernetzung in die Zivilgesellschaft); 
  • Verbesserung der sozialen Teilhabe der Zielgruppe; 
  • Schaffung eines konkreten Mehrwerts für städtische Quartiere beziehungsweise den ländlichen Raum, der Einsamkeit vorbeugt und lindert (zum Beispiel Rentenberatung, Verbesserungen im Wohnumfeld und im Zusammenleben der Bewohnerinnen und Bewohner, Schaffung zusätzlicher gemeinwohlorientierter Angebote); 
  • Sensibilisierung und Weiterentwicklung der kommunalen Strukturen zum Thema Einsamkeit und soziale Isolation. 

B) Erkenntnisziele: 

  • Erkenntnisgewinn zur Optimierung von Maßnahmen zur Vorbeugung und Linderung von Einsamkeit und sozialer Isolation;
  • Erkenntnisgewinn über Maßnahmen zur Unterstützung einer sozialen, nachhaltigen Stadt- und Ortsteilentwicklung beziehungsweise zur Unterstützung der Entwicklung des ländlichen Raums durch Erprobung verschiedener Maßnahmen, um örtliche Strukturen auszubauen und zu stärken;
  • Erkenntnisgewinn zu Gelingensfaktoren zur strukturellen Entwicklung von Beratungsstrukturen zum Thema Einsamkeit und soziale Isolation.

Förderfähige Maßnahmen zu den Zielen A/B:

A) Aufbau beziehungsweise Verstärkung von kommunalen Strukturen, wie zum Beispiel: 

  • Schaffung eines lokalen Aktionsplanes, gegebenenfalls mit weiteren Akteurinnen und Akteuren, zur Vorbeugung und Linderung von Einsamkeit; 
  • Auf- und Ausbau von übergreifenden Arbeitskreisen; 
  • Vernetzung zwischen kommunalen und zivilgesellschaftlichen Strukturen; 
  • Identifikation und Kooperation mit den für das Thema Einsamkeit wichtigen Stellen;
  • Abgestimmte Öffentlichkeitsarbeit zur Bekanntmachung der Aktionen beziehungsweise Angebote gegen Einsamkeit; 
  • Veranstaltungen zur Sensibilisierung von Mitarbeitenden in kommunalen Strukturen zum Thema Einsamkeit; 
  • Erarbeitung digitaler Angebote zur Vorbeugung und Linderung von Einsamkeit.

B) Verbesserung der sozialen Teilhabe und Arbeitsmarktchancen der Zielgruppen, wie zum Beispiel: 

  • Aufbau von kommunalen und zivilgesellschaftlichen Beratungsstellen und/oder Etablierung des Themas Einsamkeit in vorhandenen Beratungsstrukturen; 
  • Ausbau von Angeboten zur Verbesserung der finanziellen Situation der Zielgruppe; 
  • Veranstaltungen und weitere Formate zur Sensibilisierung zum Thema Einsamkeit; 
  • Evaluation des Themas Einsamkeit bei den vor Ort ansässigen Anbietern von Unterstützungsleistungen; 
  • Verweisübersicht zu Angeboten für Ehrenamt und Engagement; 
  • Vermittlung von Angeboten zu Aktivitäten von Vereinen und Organisationen;
  • Ausbau der Kooperationen, zum Beispiel in die freie Wirtschaft, zu Werkstätten für Menschen mit Behinderung, zu Migrantenorganisationen, zu queeren Organisationen. 

Zuwendungen werden grundsätzlich nur dann gewährt, wenn die Einzelziele A/B in einem Projekt verwirklicht werden. 

Die Projekte können in Projektverbünden (Teilvorhaben) und/oder Kooperationen durchgeführtwerden, wenn dies die Erreichung der Ziele nach Maßgabe dieser Richtlinie unterstützt beziehungsweise erleichtert. 

Kooperationen mit anderen Gebietskörperschaften, Behörden, gemeinnützigen Trägern mit Sitz und Arbeitsstätte in Deutschland, Unternehmen oder Forschungsinstituten usw. sind möglich. 

Zur Absicherung der Nachhaltigkeit sollen die Vorhaben in kommunale Strukturen eingebunden und verstetigt werden

Die Teilnahme der Zielgruppe an den Angeboten ist grundsätzlich freiwillig. 

Antragsberechtigte:

Gemeinden, Landkreise, kreisfreie Städte und Bezirke in einem Stadtstaat (gleich Gebietskörperschaft) sind antragsberechtigt. 

Antragstellende müssen ihre fachlich-inhaltliche sowie administrative Befähigung zur Durchführung eines Vorhabens darlegen und eine zweckentsprechende Verwendung der Zuwendung sicherstellen. 

Weiterleitung der Zuwendung (Teilvorhabenpartner)

Ein Projekt kann auch durch Teilvorhabenpartner durchgeführt werden. 

Als Teilvorhabenpartner kommen Gebietskörperschaften, Behörden, gemeinnützige Träger mit Sitz und Arbeitsstätte in Deutschland, Unternehmen oder Forschungsinstitute usw. in Betracht (nur mit Zustimmung der Bewilligungsbehörde). 

Nachweis der Kooperation 

Soweit ein Projekt im Verbund mit weiteren Gebietskörperschaften oder anderen Teilvorhabenpartnern durchgeführt wird, ist eine Kooperationsvereinbarung vorzulegen. In der Kooperationsvereinbarung müssen die vereinbarten Förderziele und die Verteilung innerhalb der Kooperation beschrieben werden.

Beratung und Kontakt:

Das BMFSFJ steuert das ESF Plus-Programm „Zusammenhalt stärken – Menschen verbinden“

Mit der Koordinierung und fördertechnischen Umsetzung des ESF Plus-Programms hat das BMFSFJ das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) als umsetzende Stelle beauftragt. 

Die fachlich-inhaltliche Begleitung des Programms erfolgt ebenfalls durch das BAFzA. 

Servicestelle:

BAFzA – Referat 403

An den Gelenkbogenhallen 2-6

50679 Köln

Leitung

Hanna Nora Meyer

Tel.: 0221 3673-1020

E-Mail: servicestelle-zusammenhalt@bafza.bund.de

Finanzen

Tel.: 0221 3673-0

E-Mail: zusammenhalt@bafza.bund.de

Kontaktformular ESF+ Regiestelle: https://www.esf-regiestelle.de/service/kontakt/