Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes waren im Jahr 2014 99,3% aller Unternehmen in Deutschland klein und mittelständisch (KMU). Das sind 2,5 Mio. Firmen, die rund 61% der tätigen Personen beschäftigen. Diese geballte Wirtschaftskraft agiert zumeist lokal, regional und national. Nur 17% der Exporte und 20% der Importe verzeichneten deutsche KMU in 2013.

Besonders aktiv im Auslandsgeschäft sind innovative KMU. Oftmals fehlt jedoch die finanzielle Basis, um die Gesamtkosten der geplanten Investitionen am Zielort vollständig aus Eigenmitteln zu tragen.

Dafür steht europäische finanzielle Unterstützung zur Verfügung in Form von:

  • Zinsgünstigen Darlehen,
  • Garantien und Bürgschaften,
  • Beteiligungen am Eigenkapital,
  • Zuschüssen zu Projekten

und weiteren Angeboten.

Die EU setzt diese Unterstützung zumeist über beauftragte international agierende Finanzinstitute um, wie z.B. die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), die Europäische Bank für Wiederaufbau und Rekonstruktion (EBRD) und die Europäische Investitionsbank (EIB).

Für deutsche Unternehmen, insbesondere KMU, stellt die KfW interessante Finanzierungsangebote für geplante Auslandsinvestitionen zur Verfügung. Ein Beispiel:

KfW Unternehmerkredit

Finanzierung von Investitionen und Betriebsmitteln mittelständischer Unternehmen im In- und Ausland. Besonders günstige Konditionen für KMU – nach EU-Definition:

  • Weniger als 250 Mitarbeiter,
  • Jahresumsatz von höchstens 50 Mio. €,
  • Oder eine Jahresbilanzsumme von höchstens 43 Mio. €.

Das Programm kann genutzt werden von in- und ausländischen Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft, die seit mindestens 5 Jahren am Markt aktiv sind (es gilt die Aufnahme der Geschäftstätigkeit).

In Deutschland kann es von KMU und größeren mittelständischen Unternehmen genutzt werden, die sich mehrheitlich in Privatbesitz befinden und deren Gruppenumsatz 500 Mio. € nicht überschreitet.

Im Ausland werden:

  • deutsche Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft gefördert;
  • Tochtergesellschaften der deutschen Unternehmen im Ausland;
  • Joint Ventures mit maßgeblicher deutscher Beteiligung im Ausland.

Es werden im Rahmen der De-minimis-Verordnung der EU alle Investitionen gefördert, die eine mittel- bis langfristigen Mittelbereitstellung benötigen und einen nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg erwarten lassen (+ Betriebsmittel, Warenlager, Erwerb von Vermögenswerten aus anderen Unternehmen, einschließlich Übernahmen und tätige Beteiligungen.

 

Für KMU werden folgende Maßnahmen gefördert:

  • Errichtungsinvestitionen,
  • Erweiterungsinvestitionen,
  • Investitionen zur Diversifizierung der Produktion,
  • Grundlegende Änderungen des Produktionsprozesses.

Aus dem Programm können bis zu 100% der förderfähigen Investitionskosten als KfW-Kreditbetrag finanziert werden bis zu max. 25 Mio. € pro Vorhaben. Die Mindestlaufzeit beträgt 2 Jahre. Investitionsfinanzierungen (aktivierungsfähiges Anlagevermögen entsprechend ihrer betriebsgewöhnlichen Nutzung) bieten folgende Laufzeiten:

  • Bis zu 5 Jahre bei höchstens 1 tilgungsfreien Anlaufjahr;
  • Bis zu 10 Jahre bei höchstens 2 tilgungsfreien Anlaufjahren;
  • Bis zu 20 Jahre bei höchstens 3 tilgungsfreien Anlaufjahren.

Bei Krediten mit bis zu 10 Jahren Laufzeit und bei endfälligen Krediten wird der Zinssatz für die gesamte Kreditlaufzeit festgeschrieben. Bei Krediten mit mehr als 10 Jahren Laufzeit wird der Zinssatz entweder nur für die ersten 10 Jahre oder die gesamte Kreditlaufzeit festgeschrieben. Die Programmzinssätze orientieren sich an der Entwicklung des Kapitalmarktes. Für KMU gelten besonders günstige Zinsen. Die Auszahlung des Kredits erfolgt zu 100% des Zusagebetrages. Der Kredit kann in einer Summe oder in Teilbeträgen abgerufen werden. Für den Kredit sind bankübliche Sicherheiten zu stellen. Bei Investitionen im Ausland kann eine Garantie des Bundes für Kapitalanlagen im Ausland bei der PwC Deutsche Revision beantragt werden.

Antragstellung:

  • Unterschriebenes KfW-Antragsformular;
  • Statistisches Beiblatt „Investitionen allgemein“;
  • Als KMU: Selbsterklärung als KMU;
  • De-minimis Beihilfen-Erklärung + weitere betriebswirtschaftliche Dokumente.

 

 

Kontakt:

Kreditanstalt für Wiederaufbau KfW
Palmengartenstraße 5-9
60325 Frankfurt am Main

Tel: 069 74 31-0
Fax: 069 74 31-29 44
E-mail: info@kfw.de

Die Tochterbank der KfW, die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH (DEG) unterstützt umfangreich innovative Projekte und Unternehmen in Schwellen- und Entwicklungsländern weltweit.

Die DEG bietet deutschen KMU für ausländische Kooperationen finanzielle Lösungsmodelle an, wie z.B. für innovative Vorhaben und Projekte:

Das Modell „Up-Scaling“

DEG-Mittel werden für KMU (z.B. lokale Tochtergesellschaften deutscher Unternehmen) eingesetzt, die ein innovatives Geschäftsmodell im Zielland erweitern möchten. Das Modell muss sich bereits als effizient und Erfolg versprechend bewiesen haben. Der Finanzierungsbedarf liegt zwischen einer Mikrofinanzierung und der klassischen Geschäftsbankenfinanzierung.

Es werden bis zu 500.000 € zur Verfügung gestellt, die jedoch max. 50% des gesamten Investitionsvolumens ausmachen. Mindestens 25% des Eigenkapitals müssen private Sponsoren übernehmen.

Das Modell „develoPPP.de“

Die DEG ist eine Durchführungsorganisation für das Förderprogramm „develoPPP.de“ des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) Finanzielle Unterstützung des BMZ erhalten Unternehmen mit langfristigem und nachhaltigem Engagement in Entwicklungs- und Schwellenländern im Umfang bis zu 200.000 € (max. 50% der Projektkosten) über einen Zeitraum bis zu 3 Jahren. Projekte mit einem besonderen entwicklungspolitischen Nutzen können als Strategische Entwicklungspartnerschaften auch mehr als 200.000 € erhalten (max. 50% der Projektkosten bei min. 750.000 € Gesamtprojektkosten).

4 mal pro Jahr werden develoPPP.de Ideenwettbewerbe durchgeführt, bei denen Unternehmen ihre Projektvorschläge bei der DFG einreichen können:

31.03.2017 | 30.06.2017 | 30.09.2017 | 31.12.2017

Das antragstellende Unternehmen muss folgende Bedingungen erfüllen:

  • 1 Mio € Jahresumsatz vorweisen;
  • 10 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigen;
  • 3 operative Geschäftsjahre vorweisen.

Es ist in finanzieller, inhaltlicher und personeller Hinsicht für die Realisierung des Projekts verantwortlich. Die DEG unterstützt das Unternehmen in allen Projektphasen durch kompetente und länderspezifische Beratung.

 

Kontakt:

Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH
Förderprogramme/ Beratung
Postfach 10 09 61
50449 Köln

Kämmergasse 22
50676 Köln

Telefon: +49 (0) 221 4986-1476
Fax: +49 (0) 221 4986-1472
E-Mail: ppp@deginvest.de

Die EBRD unterstützt deutsche Unternehmen, inklusive innovativer KMU, bei der Finanzierung von Auslandsvorhaben und Projekten in den Regionen Südosteuropa, Mitteleuropa und baltische Staaten, Osteuropa und Kaukasus, Zentralasien, südliche und östliche Mittelmeeranrainer sowie Türkei und Russland.

Schwerpunkte der Förderung:

  • Unterstützung der Entwicklung und Stärkung von KMU
  • Beratung zu wirtschaftlichen, finanziellen, organisatorischen Fragen

Arten der Förderung:

  • Beratung der KMU vor Ort zu ihren Vorhaben
  • Entwicklung gemeinsamer Finanzierungslösungen (in Kooperation mit den lokalen Banken) zu KMU-Vorhaben

EBRD Förderungen von KMU am Beispiel Georgien in 2014:

  • 84% der Klienten haben ihren Umsatz im Durchschnitt um 58% gesteigert
  • 72% haben ihre Produktivität erhöht durch Expansion ihrer Produktion
  • 66% haben neue Arbeitsplätze geschaffen
  • 10% haben externe Förderung erhalten zur Finanzierung ihres Wachstums

Die EBRD arbeitet in den Zielregionen sowohl mit lokalen Partnerbanken (bei kleineren Darlehen) und Beratern als auch internationalen Experten (Small Business Support Team) zusammen.

 

Kontakt:

Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD)
One Exchange Square
London EC2A 2JN
Großbritannien

Telefon: 00 44 / 207 / 3 38 60 00
Fax: 00 44 / 207 / 3 38 61 00

EBRD Kontakt in Deutschland:

Office of the Board Director for Germany
Director: Klaus Stein
Alternate Director: Johann-Hinrich Ernst

Tel: +44 (0)20 7338 6461
Email: GermanyOffice@ebrd.com

 

EBRD Donor Co-Financing
Director: Camilla Otto

Tel: +44 (0)20 7338 6000
Email: ebrddonors@ebrd.com

 

Business enquiries
EBRD Business Development

Tel: +44 (0)20 7338 7168
Fax: +44 (0)20 7338 7848
Email: newbusiness@ebrd.com

Die EIB gewährt mittelständischen Unternehmen (Midcap) mit höchstens 3.000 Beschäftigten direkte Darlehen, wenn der beantragte Darlehensbetrag zwischen 7,5 Mio. € und 25 Mio. € liegt.

Das erfolgt im Rahmen des „InnovFin MidCap Growth Finance“ Programms der EU.

Das Programm wurde von der EIB im Verbund mit der EU-Kommission im europäischen Wissenschaftsprogramm „HORIZON 2020“ eingerichtet und dient vor allem der finanziellen Unterstützung innovativer Unternehmen, die in den folgenden 3 Jahren mindestens 15 Mio. € für wissenschafts- und innovationsbasierte Investitionen planen. Laufzeit des Darlehens: zwischen 5 bis 7 Jahren.

Die Antragstellung erfolgt direkt bei der EIB nach folgenden Bedingungen:

Geeignete Antragsteller müssen mindestens eines der folgenden Kriterien erfüllen:

  • das Unternehmen sollte beabsichtigen, die EIB-Finanzierung zu verwenden, um in die Erzeugung oder Entwicklung von innovativen Produkten oder Prozessen und / oder innovativen Dienstleistungen zu investieren und wenn der Businessplan ein Risiko für technisches oder industrielles Versagen oder ein Geschäftsrisiko darstellt; oder
  • Das Unternehmen ist ein „schnell wachsendes Unternehmen“, gemessen an seiner Beschäftigung oder seinem Umsatz:
    • das Unternehmen muss über einen Zeitraum von drei Jahren eine jährliche durchschnittliche jährliche Umsatzsteigerung von mehr als 10% pro Jahr aufweisen; oder
    • Das Unternehmen muss während eines Zeitraums von drei Jahren (mit hundert oder mehr Beschäftigten zu Beginn des Beobachtungszeitraums) ein durchschnittliches jährliches Wachstum von Vollzeitbeschäftigten von mindestens 5% pro Jahr aufweisen; oder
  • das Unternehmen verfügt über ein erhebliches Innovationspotential und / oder ist ein „Forschungs- und Innovationsunternehmen (R & I)“, das mindestens eines der folgenden Kriterien erfüllt:
    • sein zertifizierter Buchhalter hat in den jüngsten Jahresabschlüssen R & I-Ausgaben / -Investitionen hervorgehoben, die mindestens 5% seines Jahresumsatzes ausmachen;
    • das Unternehmen verpflichtet sich, einen Betrag in Höhe von mindestens 80% des Darlehens der EIB für F & I-Aufwendungen / Investitionen in den nächsten 36 Monaten, wie in seinem Unternehmensplan angegeben, einzusetzen;
    • es hat in den letzten 36 Monaten Mittel erhalten in Form von Zuschüssen, Darlehen oder Bürgschaften aus europäischen FuE-Förderprogrammen (z. B. Horizont 2020) oder durch Förderinstrumente (z. B. gemeinsame Technologieinitiativen, „Eurostars“) oder durch nationale oder regionale FuE-Unterstützungsprogramme;
    • es wurde in den vergangenen 24 Monaten ein Innovationspreis verliehen;
    • es hat mindestens ein Patent in den letzten 24 Monaten registriert;
    • es hat eine Investition von einem Private-Equity-Fonds oder von einem Business Angel, der Mitglied eines Business-Angel-Netzwerks ist, erhalten; Oder ein solcher Private-Equity-Fonds oder Business-Angel ist ein Aktionär der Gesellschaft zum Zeitpunkt des Antrags auf das Darlehen der EIB;
    • es hat seinen Sitz in einem Wissenschafts-, Technologie- oder Innovationspark, einem Technologiecluster oder einem Technologieinkubator, jeweils mit Tätigkeiten im Zusammenhang mit R & I;
    • es hat in den letzten 24 Monaten von einer Steuergutschrift oder einer Steuerbefreiung für F & I-Investitionen profitiert.

 

 

Ausschreibungen zu EIB Projekten

Alle Mittel, die von der EIB vergeben werden (innerhalb und außerhalb der EU) müssen nach den europäischen Richtlinien ausgeschrieben werden! Diese Ausschreibungen werden im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht.

 

Die EIB hat in Zusammenarbeit mit der EU-Kommission eine spezifische Plattform entwickelt, die der Investitionsberatung dient:

 

EIB Kontakt in Deutschland:

EIB Büro Berlin
Leiter: Jörn Thiessen

Lennéstraße 11
D-10785 Berlin
Germany

Tel.: +49-30 59004790
Fax: +49-30 59004799
E-mail: berlin@eib.org

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