Seit 2004 zeichnet die LIFE Unit gemeinsam mit dem LIFE Committee, in dem die EU Mitgliedsländer vertreten sind, die besten LIFE-Projekte pro Jahr aus. Entscheidende Kriterien der Auswahl sind: kurzfristiger sowie mittel- und langfristiger Beitrag der Projektergebnisse auf die Umwelt, die Wirtschaft und die Sozialstruktur; der Grad der Innovation und Transferfähigkeit; die Politikrelevanz und die Kosteneffizienz. Einfluß auf die Entscheidung hat auch die Verbreitungsstrategie nach Projektabschluss und der nachhaltige Nutzen der Ergebnisse.

2013 wurde das Projekt PROGRASS (Laufzeit von Januar 2009 bis Juni 2012) unter der Leitung der Universität Kassel als eines von 16 besten LIFE-Projekten ausgezeichnet.

Europaweit gibt es eine Vielzahl von artenreichem Grasland (NATURA 2000-Grünland-Habitate), welches zu seiner Erhaltung eine alternative, kontinuierliche extensive Nutzung benötigt. Aufgrund seiner Eigenschaften ist die durch Mahd entstehende Biomasse weder als Futter noch als Rohstoff für konventionelle Biogas- oder Verbrennungsanlagen geeignet. Um die kostenpflichtige Entsorgung der Grünmasse zu vermeiden, sind innovative und kostenoptimierte Lösungen erforderlich. Das ist der Ausgangspunkt für das Projekt PROGRASS.

Die Universität Kassel hat in umfangreicher Forschungsarbeit eine spezielle Technik zur energetischen Verwertung von Biomassen aus artenreichem Grasland entwickelt.

Im Projekt wurde das Verfahren in 3 ausgewählten europäischen Regionen erprobt:

  • Vogelsbergkreis in DE;
  • Middle Ceredigion in UK;
  • Tartu in EE.

Die ausgewählten Regionen sind NATURA 2000-Grünland-Habitate mit besonderer Bedeutung für den europäischen Naturschutz im Kontext der Erhaltung der Artenvielfalt:

Folgende Schwerpunkte wurden von den 9 Projektpartnern aus 3 Ländern in den Regionen mit der Nutzung der PROGRASS-Technologie untersucht:

  • sozio-ökonomische und betriebswirtschaftliche Aspekte;
  • Nachhaltigkeit bei der Erhaltung der botanischen Vielfalt;
  • Klimarelevante Einsparpotentiale;
  • Stärkung regionaler Stoff- und Wertkreisläufe in abgelegenen, wirtschaftlich benachteiligten Regionen in Europa.

4 Arbeitspakete wurden dazu innerhalb der Laufzeit von PROGRASS umgesetzt:

  • DEMONSTRATION des PROGRASS Ansatzes zur Energiegewinnung aus typischen marginalen Grasslandstandorten in Europa;
  • Untersuchung und Nachweis der MACHBARKEIT;
  • Untersuchung und Nachweis der NACHHALTIGKEIT;
  • Europaweite VERBREITUNG und NUTZBARMACHUNG.

Die PROGRASS Demonstrationsanlage wurde in einem doppelten Durchgang (ca. 28 monatiger Zeitraum) durch die 3 Projektregionen geschickt. Wichtigstes Ziel war die Präsentation der effizienten Funktionsfähigkeit der Anlage gegenüber den wesentlichen Akteuren, um eine reguläre Nutzung des PROGRASS-Verfahrens in den Projektregionen und europaweit zu erreichen. Neben der direkten Demonstration wurden umfassende Informationen in einer Broschüre für interessierte Nutzer erarbeitet und europaweit verbreitet.

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